|
Bei allen wichtigen Ernährungslehren,
die auf Naturkost fußen, stehen Lebensmittel aus ökologischer
Landwirtschaft im Mittelpunkt. Hierbei bilden pflanzliche
Produkte den Schwerpunkt.
Im folgenden werden die wichtigsten Ernährungslehren
kurz vorgestellt:
1. Vegetarische Ernährung
Bei der vegetarischen Ernährung wird
der ausschließlich oder überwiegende Genuß
von pflanzlichen Lebensmitteln angestrebt. Fleisch wird aus
gesundheitlichen oder ethischen Gründen abgelehnt. Untersuchungen
ergaben, daß Vegetarier in der Regel seltener an Übergewicht,
Bluthochdruck, Allergien und Krebs leiden.
Aus Welternährungssicht erlangt eine Erhöhung des
vegetabilen Nahrungsanteiles immer mehr an Bedeutung.
Die vegetarische Ernährung unterscheidet 3 Formen:
a) Ovo-Lacto-Vegetarier essen außer pflanzliche Lebensmittel
auch Produkte des lebenden Tieree ( wie Milch, Käse,
Butter, Eier und Honig).
b) Lacto-Vegetarier nehmen neben Pflanzlichen LEBENSMITTELN
EBENFALLS Milch und Milchprodukte zu sich. Eier werden abgelehnt.
c) Veganer ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen
Produkten.
2. Vollwert-Ernährung
Die Vollwert-Ernährung erhebt den
ganzheitlichen Anspruch sowohl der Gesundheit des einzelnen
als auch der Umwelt und der Gesellschft dienlich zu sein.
In der Vollwert-Ernährung werden weder Verbote noch Gebote
ausgesprochen. Jeder hat damit die Möglichkeit seine
Gesundheit eigenverantwortlich zu fördern.
Der Ernährungswissenschaftler W.Kollath gilt als Begründer
der modernen Vollwert-Ernährung die bis heute immer weiter
entwickelt und aktualisiert wurde.Von ihm stammt der Satz:
"Laßt unsere Nahrung so natürlich wie möglich!"
Er unterschied zwischen Lebensmittel und Nahrungsmittel. Lebensmittel
sind ungekocht und besitzen noch alle Inhaltsstoffe. Nahrungsmittel
sind durch Erhitzen oder andere Verarbeitungsweisen so stark
verändert, daß ein Großteil ihrer Inhaltsstoffe
zerstört wurden.
Weiterhin gilt der Standpunkt pflanzliche Erzeugnisse aus
ökologischer Landwirtschaft in den Mittelpunkt der Ernährung
zu stellen. Hauptnahrungsmittel ist Getreide. Eier, Fleisch
und Fisch sollten selten oder gar nicht gegessen werden. Etwa
die Hälfte der Lebensmittel sollte frisch, also unerhitzt,
gegessen werden.
Die Praxis zeigt, daß Vollwert-Ernährung schmackhaft
und nicht wesentlich teurer als konventionelle Kost sein muß,
auch wenn die Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft
eingekauft werden.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, daß die Vollwert-Ernährung
zunehmend als eine zeitgemäße Kostform anerkannt
wird.
Zu dieser Schlußfolgerung ist auch der Bio-Markt KARO
gelangt und bekennt sich zur Vollwert-Ernährung.
3. Anthroposophische Ernährungsweise
Ausgehend von einem ganzheitlichen Weltbild
auf der Lehre von Rudolf Steiner basierend, geht diese Ernährunsweise
über die nur gesundheitliche Betrachtung hinaus. Die
Ernährung hat nicht nur den physischen, sondern auch
den psychischen Belangen des Menschen nachzukommen. Im Mittelpunkt
der Ernährung stehen gekochtes Getreide, frisches Gemüse
und Milchprodukte. Fleisch wird toleriert. Kartoffeln und
Soja sind weniger empfehlenswert. Die Anthroposophische Ernährungsweise
stellt keine Regeln und Verbote auf.
4. Vollwert-Kost
Die Vollwert-Kost nach Dr.Bruker kann
als die konsequenteste Variante der Vollwert-Ernährung
verstanden werden. Bis auf einige Ausnahmen in der Kleinkindkost
werden ähnliche Ernährungsweisen empfohlen.
5. Ayurvedische Ernährung
Ayurveda (sanskrit = Wissenschaft vom
Leben) wird in Indien seit 5000 Jahren als ganzheitliches
System, welches der Ernährung regulierende und heilende
Kräfte zuspricht, praktiziert. Bei dieser Ernährungsweise,
die aus dem hinduistischen Weltbild hervorgeht und dem westlichen
Leben angepaßt wurde, steht die lacto-vegetarische Kost
im Mittelpunkt. Vollkorngetreide ist wichtig, Rohkost spielt
dagegen kaum eine Rolle. Gesundheit wird als Gleichgewichtszustand
aller Körperenergien verstanden.
6. Makrobiotik
Die Makrobiotik kommt aus dem Fernen
Osten und charakterisiert sich neben dem Verzicht auf Rohkost
durch eine Vielzahl von typisch asiatischen Produkten: Vollkorngetreide,
Naturreis (50-60% der Ernährung), Soja und Meeresalgen.
Es wird großen Wert auf Regionalität unf Saisonalität
der Produkte gelegt. Sorgfältige Zubereitung der Nahrung
und der strikte Verzicht auf Kuhmilch gehören zur Makrobiotik.
|